Reiseequipment: Technik & Gadgets

Generell sollte man so minimalistisch wie möglich zu reisen – nur das Notwendigste mitnehmen. Das Nötigste hängt jeweils vom Reiseziel als auch von der gesamten Flugzeit und der Dauer der einzelnen Flüge (Lage) ab. Online finden sich diverse Packlisten, vom Tigerbalsam über bestimmte Kokosöl-Shampoos  bis zum Reinigungsset für Kameras.

Völlig übertrieben, so lange man nicht wochenlang im Dschungel wohnen möchte gibt es normalerweise auch alles vor Ort, oftmals sogar günstiger als bei uns. Erfahrungsgemäß reisen 90% der Personen mit viel zu vielen Dingen. 

Auch im Bereich Technik und sonstigen Gadgets wird viel zu viel von A nach B mitgenommen. Anbei nur die Essentials und einige Reisehilfen, welche ich jedem Vielflieger oder viel-Reisendem zur Überbrückung der Flugzeit empfehlen würde.

1. Noise Cancelling Kopfhörer

Ein absolutes ‚must have‘ sind Noise Cancelling Kopfhörer. Ob im Zug, im Flugzeug oder bei langen Überlandbusfahrten die Umgebungsgeräusche ausschalten zu können ist beruhigend und sorgt für eine entspannte Ankunft. Auch eignen diese sich hervorragend in chinesischen Kaufhäusern in welchen man von allen Seiten mit Sonderangeboten angebrüllt wird. Je nach Reisezweck, Flugzeit und Gepäckmenge verwende ich zwei verschiedene Kopfhörer:

Bose QuietComfort 25 – die over-the-ear  Klassiker. Mittlerweile gibt es u.a. die Version mit Bluetooth (Bose QC 35), ich bleibe jedoch bei den QC 25, da diese im Gegensatz zur Bluetooth-Version per Batterie geladen werden.

In der Kopfhörerbox ist Platz für eine Ersatzbatterie. Ich verwende hier wiederaufladbare Eneloop-Batterien, Haltbarkeit der Batterie ist > 25 Stunden. Sollte ein Systemwechsel von Android auf iOS anstehen kann das Kabel einfach getauscht werden. Over-the-ear Kopfhörer verwende ich bei längeren Bahnfahrten (>2 Stunden) oder Langstreckenflüge mit mehr als 5 Stunden Flugzeit, da die Abschirmung hier nochmals deutlich besser ist als bei in-ear Kopfhörern.

Bose QuietComfort 20 – in ear Noise Cancelling mit eigenem Akku. Bose gibt eine Akkulaufzeit von bis zu 16 Stunden an,  aus eigener Erfahrung halte ich 12-14 Stunden für realistisch. Die QC 20 verwende ich hauptsächlich auf Kurzstreckenflügen (z.B. Berlin -> Zürich, Berlin -> Kopenhagen) oder bei kürzeren Bahnfahrten. 

Die Kopfhörer verfügen über einen Klinkenanschluss, zusätzlich hat in dem Etui auch ein Adapter Klinke <> Lightning Platz, so dass man die Kopfhörer auch mit dem iPhone verbinden kann. Der Vorteil im Vergleich zu z.B. AirPods Pro ist die deutlich längere Akkulaufzeit (Air Pods max. 4.5 Stunden) sowie die Fähigkeit weiter Musik hören zu können wenn der Akku leer ist – in diesem Falle funktioniert nur das Noise Cancelling nicht mehr, Musik geht aber weiterhin. Die Kopfhörer sind bei mir fast immer in der Notebooktasche, und können dank des großen Akkus auch unregelmässig aufgeladen werden.

2. Tablet als Notebook-Ersatz: Microsoft Surface Go

Auf längeren Reisen oder bei Reisen in Länder mit hoher Luftfeuchtigkeit oder komplexen Wetterbedingungen empfiehlt es sich nicht ein Notebook mitzunehmen.  Zum einen aus Gewichtsgründen, zum anderen hatte ich durch die hohe Luftfeuchtigkeit in der indischen Monsun-saison bereits einen Platinenschaden am Notebook durch einringendes Wasser. Daher war ich schon länger auf der Suche nach einem Tablet welches das Notebook auf Reisen vollständig ersetzen kann. 

Die Wahl ist auf das Microsoft Surface Go mit 8GB Arbeitsspeicher gefallen, da die Leistung mit einem normalen Notebook vergleichbar ist. Normale Arbeitsanwendungen wie Microsoft Teams, Powerpoint, Outlook etc. laufen flüssig. Reisebilder können so schnell von der Kamera aufs Tablet übertragen werden und auf der Cloud (z.B. OneDrive, Google Drive) gespeichert werden.

Aber warum das Surface Go und kein iPAD?

    • Es kann per USB-C aufgeladen werden. Lademöglichkeiten finden sich immer, zur Not per Smartphone Netzteil mit >= 15 Watt
    • Die Leistung reicht zum mobilen Arbeiten und zum Abspeichern vom Kameradaten locker aus. Die 8GB RAM sind deutlich spürbar.
    • Günstiger Preis für das Komplettestem, insbesondere im Vergleich mit einem iPAD.
    • Kein ‚Prestigeobjekt‘ in ärmeren Ländern wie ein iPAD, d.h. es ist nicht so schnell ‚weg‘.
    • Speicherkapazität beliebig per Micro-SD Karte erweiterbar. 

Weitere Praktische Vorteile des Tablets: Bei Bahnreisen in der zweiten Klasse reicht der Klapptisch für das Tablet aus. Im Flugzeug kann das Tablet oftmals auf Fernstrecken durch den USB-Anschluss im Sitz geladen werden und so wird eine lange Flugzeit ohne feste Ladedose überbrückt.

3. HP USB-C Traveldock

Es gibt hunderte mobile USB-C Docking-Stations auf dem Markt, das HP USB-C Travel Dock bietet meiner Meinung nach bei einem Kaufpreis von 60-70 Euro das beste „Value-for-Money“ Verhältnis. Getestet habe ich es bisher am Surface Go, Lenovo X1 Notebook, MacBook Pro und es funktioniert überall problemlos.

Am Macbook muss noch der DisplayLink-Treiber gesondert installiert werden. Diesen gibt es HIER. Die Stromversorgung funktioniert per USB-C, es ist keine separate Stromversorgung notwendig. Das Surface Go kann die HP Dockingstation auch im reinen Akkubetrieb betreiben.

Das Traveldock bietet folgende Anschlüsse:

      • HDMI
      • VGA
      • Netzwerkanschluss (RJ45)
      • 2 x USB, davon 1 x USB 3.0

Anbei der Link zu einem YouTube-Video auf welchem man die Anschlüsse gut dargestellt sieht.

4. Eagle Creek – Kompressions-Packtaschen

Es gibt im Internet mehrere hundert Tutorials wie man Kleidung möglichst platzsparend faltet. Am einfachsten gestaltet sich das Packen jedoch mit Kompressionstaschen. Diese haben im Vergleich zum normalen einpacken von Kleidung drei wesentliche Vorteile:

      1. Platzersparnis: Es wird wesentlich weniger Platz benötigt, der Erfahrung nach 20-30%.
      2. Ordnung: Durch den Kauf verschiedener Farben wird Ordnung im Koffer hergestellt und man sieht auf einen Blick ob alles notwendige vorhanden ist
      3. Schutz: Falls Koffer im Regen stehen etc. bleibt die Kleidung trotzdem sauber.

Insbesondere der zweite Punkt der Ordnung hilft Koffer schnellstmöglich zu packen. Die Variante funktioniert sowohl auf Kurzstrecke als auch auf Langstrecke. Wer also bei längeren Urlauben nicht nur mit Handgepäck unterwegs ist sollte auch hier Packtaschen verwenden – auf dem Hinflug gern ohne Komprimierung damit auf dem Rückflug Platz für Urlaubsmitbringsel ist.

Tipp: 

Die Taschen nach Farben ordnen und die Farben Kleidungsstücken oder Kleidungsarten (Strümpfe, Shirts etc.) zuweisen. Anschliessend immer eine bestimmte Anzahl (z.B. immer fünf weiße T-Shirts) in eine weiße Tasche, jeweils vier bunte Polo-Shirts in eine blaue Tasche legen. Beim Packen des Koffers sieht man sofort ob alles vorhanden ist, und ob man die benötigte Menge an Kleidung für die Reise dabei hat. 

5. Flache Schuhspanner

Schuhspanner bei Gadgets? Ja, denn wer viel auf Geschäftsreisen ist hat immer ein zweites Paar Lederschuhe dabei. 

Normale Schuhspanner wiegen nicht nur extrem viel, sondern sind auch durch den Knopf in der Sohle deutlich höher als die Oberkante der Schuhe. Dies benötigt zusätzlichen Platz im Koffer.

Bei der japanischen Marke Muji gibt es Schuhspanner aus Zedernholz, welche im Teil der Sohle flach gehalten sind und mit insgesamt deutlich weniger Material als normale Schuhspanner auskommen. 

Die Schuhe können so sehr platzsparend nebeneinander im Handgepäck platziert werden. Zum Schutz vor Kratzern sind die Rimowa Schuhbeutel ideal, pro Beutel jeweils nur einen Schuh. Die Schuhbeutel gab es im 10er Pack für 46 Euro in div. Farben, sind seit der Übernahme durch LVMH soweit ich weiss aber nicht mehr erhältlich.