Reiseequipment: Fotografie

Grundsätzlich stellt sich bei einem Hobby nicht die Frage ob es überhaupt sein muss, sondern nur in welchem Ausmaß man es betreibt. Gerade im Bereich der Fotografie kann das Hobby sehr schnell teuer werden,  nicht nur durch neue Anschaffungen sondern auch Reparaturen und Defekte z.B. nach kleineren Regenschauern. Daher ist es ratsam sich vor dem Kauf des Fotoequipments sich ein paar Gedanken zu folgenden Themen zu machen:

 

    • Nutzungsart: Landschaftsfotografie, Portraits oder einfach querbeet? Wie professionell sollen die Bilder aussehen?
    • Nutzungsdauer: Wie lange möchte ich das Equipment haben? Wann soll es erneuert werden?
    • Nutzungshäufigkeit: Wie oft werde ich es nutzen? Wie intensiv? Gibt es Verschleiss durch intensive Nutzung?
    • Nachhaltigkeit: Kaufe ich neue Geräte oder gebrauchte? Wenn gebraucht, Ausstellungstücke oder älteres Equipment?
    • Hersteller: Kaufe ich nur OEM Teile, z.B. Canon, oder auch Dritthersteller wie Tamron oder Sigma?
    • Finanzieller Invest: Wieviel möchte ich ausgeben? Sowohl Einmalkosten (Anschaffung) als auch Unterhalt (Reparaturen)
    • Zeitlicher Invest: Wie lange möchte ich mich einarbeiten um die Funktionen des Fotoequipments zu kennen und nutzen zu können?

Insbesondere die Punkte finanzieller Invest und zeitlicher Invest korrelieren miteinander. D.h. je mehr für eine Kamera ausgeben wird, desto mehr Zeit benötigt man auch um alle Funktionen kennenzulernen und zu testen. Nicht selten sieht man Hobbyfotografen mit Equipment im mehrere tausend Euro Bereich welche rein im Automatikmodus fotografieren. 

Mein Setup

Aufgrund folgender Haupt-Prämissen habe ich mir mein Setup zusammengestellt:

  1. Gängiges Kameramodell mit gutem Zweitmarkt und somit geringem Wertverlust. Bei Nichtgefallen oder „Lust auf etwas neues“ muss es schnell verkaufbar sein.
  2. Ein „immer drauf Objektiv“ welches über ausreichenden Zoom verfügt und welches ich auch bei Neukauf des Bodys weiterverwenden kann. Hohe und längerfristige Nutzung.
  3. Ein günstiges aber gutes Teleobjektiv für Tierbilder aus der Distanz (=seltene Nutzung), nach Möglichkeit Vorführmodell da besserer Preis/Leistung/Nutzungsverhältnis.
  4. Keine spezielle Notwendigkeit für Videos, daher keine Objektiv mit Ultraschallmotor notwendig.

An meinem „immer drauf“ Objektiv habe ich mittlerweile den dritten Body, und es funktioniert weiterhin ohne Probleme. 

Body: Canon EOS 800D

Die Canon EOS800D wurde erstmals 2017 vorgestellt. Sie ist der Nachfolger der EOS 750D und das Schwestermodell der 77D. Bildsensorik und Chip (DIGIC 7) sind gleich, nur das Design unterscheidet sich zur 77D, die 800D verfügt über keinen Monitor an der Schulter. 

Kurzform der technischen Spezifikationen, weitere Details auf der Canon Website:

    • APS-C Sensor mit 24,2 MP
    • NFC und Bluetooth Funktionalität (funktioniert sowohl mit iPhone als auch Android sehr gut)
    • 45 AF-Felder mit Kreuzsensoren
    • Dreh- und schwenkbares Display (Touchscreen)
    • Full-HD Videofähig mit 60B/s

Gegen den Kauf der EOS 77D und für die 800D haben ein um 70 Euro niedriger Preis gesprochen, sowie die bessere Bedienbarkeit. Die 800D lässt sich vollständig mit einer Hand bedienen, das Menü-Wahlrad sowie diverse Auswahlschalter sind auf der rechten Schulter der Kamera angebracht, die Navigation im Menü erfolgt über das Steuerkreuz auf der Rückseite der Kamera. Im Vergleich dazu ist das Steuerrad bei der 77D auf der linken Schulterseite, was ich als störend empfinde. Dafür bietet die 77D einen Drehregler an Stelle des Steuerkreuzes auf der Rückseite, was für mich jedoch nicht kaufrelevant war.

Von Seitens Canon wird als weiterer Unterschied die „TimeLapse“ (Zeitraffer) Funktionalität der EOS 77D herausgestellt, dies kann die 800D jedoch auch – im Videomenü lässt diese sich in den Einstellungen aktivieren.

Immer-drauf Objektiv: Canon EF-S 18-135 f3.5/5.6 IS STM 

Als ‚immer-drauf‘ Objektiv habe ich mich für das Canon EF-S 18-135mm mit IS entschieden. Ähnliche Objektive bietet auch Sigma oder Tamron an. Meiner Erfahrung nach ist das Zusammenspiel zwischen Kamera und Objektiv beim Bildstabilisator nicht so gut wie bei Canon selbst. 

Das Objektiv ist mittlerweile fünf Jahre alt, ich habe kein Problem mit Staub oder Pilzbefall der Linsen. Das Objektiv wird trocken gelagert, ist trotzdem bisher Temperaturen von -20 bis +45 Grad ausgesetzt gewesen, bei Wind, Wetter, Schnee und Sand gab es bisher keine Probleme.  Klare Kaufempfehlung. 

Tele-Objektiv: Canon EF-S 55-250 f4/5.6 IS STM

Für eine Reise nach Südafrika hatte ich mir zusätzlich noch ein Teleobjektiv zugelegt. Da ich es pro Jahr nur 1-2 mal verwende, habe ich mich für ein Ausstellungsstück aus einem Fotogeschäft entschieden und den Kauf bisher nicht bereut. Die Stärke liegt ganz klar bei Tageslicht, hier sind auch Fotos mit hohem Zoomgrad z.B. aus einem vibrierenden PKW heraus möglich (siehe das Bild der Giraffe). Bei Nacht habe ich oftmals selbst mit Stativ Probleme die gewünschte Schärfe ins Bild zu bekommen.

Zubehör: Langer Kameragurt | Peak Design Slide 

Beim Tragen der Kamera bei einer Sightseing-Tour stellt sich die Frage ob die Kamera im Rucksack verbleibt, oder Tourt-Style mit dem Gurt um den Hals auf dem Bauch baumelt… Beides empfinde ich als hochgradig unpraktisch. 

Daher habe ich den Kamera-Sling von Peak Design erworben. Dies ist ein einstellbarer Tragegurt der es ermöglich die Kamera analog einer Notebooktasche auf Hüfthöhe zu tragen, und bei Bedarf anzuheben. 

Der Gurt besteht aus Nylon, und ist auf einer Seite mit einem rutschfesten Material überzogen. Er bietet somit die Möglichkeit den Gurt eng oder locker zu verwenden. Der Gurt wird mit Clips an der Kamera befestigt. Diese Clips können entweder in eine Halterung, welche in die Stativhalterung geschraubt wird, befestigt werden, oder in Gurtösen der Kamera. 

Zubehör: Objektivaufbewahrung | Canon Objektivbeutel

Mittlerweile verwende ich die Canon-Objektivbeutel zur Aufbewahrung von aktuell nicht benötigten Objektiven. Dies sieht nicht nur schick aus, sondern hält auch Staub der sich im Haushalt ansammelt fern. 

Der Objektivbeutel ist aus Kunstleder und einem Stoffbezug welcher sich sehr angenehm anfühlt. 

Zubehör: Kleines Stativ | Manfrotto Pixi

Für kleinere Tagestouren oder Urlaube in welchen ich kein Stativ mitnehmen möchte habe ich das Dreibein von Manfrotto gekauft. Die Kamera mit grob 1kg Gewicht sitzt stabil auf dem Stativ. Aufgrund der kleinen Größe lässt es sich z.B. auch von Restaurant-Terrassen gut verwenden. 

Weiter zu: In 10 Minuten reisefertig