Reiseequipment: Ausrüstung & Koffer

Die Wahl des richtigen Gepäcks

Handgepäckskoffer mit verschiedenen Größen und Gewichten

Reisen: Am besten nur mit Handgepäck

Mehr Flexibilität

Ich persönlich reise am liebsten nur mit Handgepäck. Die Reise mit Handgepäck hat den Vorteil flexibler reisen zu können. Speziell bei Internationalen Reisen kann es auf Gabelverbindungen zu knappen Umsteigeverbindungen kommen (z.B. Hannover – Zürich – Hong Kong, Berlin – Frankfurt – Mumbai) was dann eine kürzere Zeit für die Gepäckbeförderungen für den Weiterflug bedeutet. Neben mir sind schon oftmals Mitreisende ohne Gepäck in Mumbai angekommen, was dann die geplante Weiterreise unnötig verzögert. Das Gepäck z.B. in Indien nachzusenden ist ein Glücksspiel, wenn das Gepäck noch den Weg nach Mumbai findet ist es oftmals bis zur Enddestination weg. 

Kein Gepäckverlust

Ein weiterer großer Vorteil ist dass das Gepäck während des ganzen Fluges bei mir ist. Bei Aufgabegepäck habe ich insbesondere auf Rückreisen aus China und Indien mehrfach Teile des Kofferinhaltes vermisst. Das ganze reicht von Netzteilen (wer klaut Handy Netzteile???), Markenkleidung, elektrischer Rasierapparat etc … 

Geschwindigkeit

Der dritte Vorteil ist der schnellere Abfertigungsprozess am Flughafen. Ankommen -> zur Sicherheitsschleuse und dann direkt ans Gate. Kein langes warten an der Gepäckabfertigung oder später an den Bändern zur Gepäckabholung. Selbst als Star Alliance Gold Mitglied und „Priority Checkin“ habe ich bereits mehrfach über eine Stunde am Gepäckband gewartet weil das „Priority Gepäck“ als letztes ausgeladen wurde. Nach einem Langstreckenflug ist dies einfach sehr unangenehm. 

Die Wahl des richtigen Handgepäcks

Je nach Reisedauer und Reisezweck (berufliche Reise oder private Reise) variiert mein Handgepäck. Folgende Handgepäckstücke verwende ich in beliebiger Kombination:

  • Notebooktasche (immer ab 2 Tagen)
  • Notebookrucksack (bis zwei Tage)
  • Schmaler Kleidersack (nach Bedarf)
  • Handgepäckkoffer schmal (nur bei Billigairlines)
  • Handgepäckkoffer groß (immer bei Star Alliance Flügen)
Notebooktasche

Die Notebooktasche beinhaltet bei mir immer neben dem Notebook und Tablet den Reisepass und etwaige Reisedokumente. Z.B. müssen in Indien die Reisedokumente (Flugbuchung) vorgezeigt werden um überhaupt Zutritt in den Flughafen zu bekommen. Da elektronische Dokumente nicht immer akzeptiert werden habe ich in bestimmten Ländern wie Indien die Dokumente nochmals ausgedruckt dabei.  Daneben habe ich in der Regel Tech-equipment wie Noise Cancelling Kopfhörer, diverse Netzteile, und bei Langstreckenflügen einen Batterie Pack dabei. 

Je nach Einsatzland nutze ich eine sehr günstige Notebooktasche – einmal um nicht unnötig aufzufallen (Taschen- / Gepäckdiebe) sowie aufgrund von insgesamt unhygienischer Umstände. Die Notebooktasche nutze in in der Regel zusammen mit einem Handgepäckskoffer.

Notebookrucksack

Für ein bis zwei Tagestrips bin ich mittlerweile von einer Notebooktasche größtenteils auf einen Notcebookrucksack umgestiegen. Ich nutze aktuell das Modell „Everyday Backpack“ von Peak Design mit 30 Liter Volumen. Hier bekomme ich neben Notebook und Tablet nicht nur größere Kopfhörer unter, sondern auch noch Kleidung für zwei Tage. 

Schmaler Kleidersack

Auf dienstlich bedingen Reisen falte ich Anzüge ungern im Handgepäckkoffer zusammen. Neben dem zeitlichen Aufwand diese schön, ordentlich und möglichst knitterfrei (gelingt mir nie) zu packen ist es für die Haltbarkeit der Anzüge nicht gut diese im Koffer zu transportieren. Durch das Abknicken sieht der Kragen des Sakkos nach einiger Zeit unschön aus. 

Daher habe ich mir von Samsonite einen schmalen Kleidersack zugelegt. Dieser besteht aus robustem Material und kann daher auch bei Bedarf als Gepäck aufgegeben werden – ich habe bisher keine Beschädigung trotz mehrjähriger Nutzung. Es passen drei bis vier Hemden und ein bis zwei Anzüge in den Kleidersack wenn man schmale Kleiderbügel verwendet. Das Packen gestaltet sich auch sehr schnell, da die Kleidung in den Sack gehängt werden kann, anschliessend wird diese mit einem Gurt befestigt und der Reisverschluss zugezogen und der Kleidersack zusammengepackt. Das ist wesentlich schneller als im Handgepäckkoffer. 

Ein Kleidersack zählt normalerweise als zusätzliches Gepäckstück, daher empfehle ich einen sehr schmalen Kleidersack zu wählen. Ich hatte bisher bei der Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines und Air China nie Probleme den Kleidersack zusätzlich an Bord zu nehmen. 

 

Handgepäckkoffer

Das Wichtigste beim Handgepäck ist natürlich der Koffer. Die Wahl des Koffers hängt erheblich vom Einsatzzweck ab. Während ich am liebsten auf langlebige Rimowa Aluminium-Koffer setze, sind diese insbesondere bei Billigairlines aufgrund des hohen Grundgewichts von über vier Kilogram keine Option. 

Vom Koffertyp bevorzuge ich Koffer mit Schnappverschluss. Diese sind z.B. mit einem Messer im Hotel oder bei Gepäckaufgabe nicht so leicht zu öffnen wie ein Reisverschluss. Ein weiterer Vorteil ist dass Schnappverschlüsse nicht ausleiern oder wie Reisverschlüsse sich bei Überladung vom Koffer lösen bzw. abreissen. 

Anbei ein paar Tipps zur Auswahl des Koffers abhängig vom Reiseprofil:

Geschäftsreisen:

Für Geschäftsreisen welche nicht nur in Economy sondern auch in Business oder First Class stattfinden empfehle ich Aluminium Handgepäckkoffer, wie z.B. das Modell „Original Cabin“ von Rimowa. Da Geschäftsreisen in der Regel nicht mit Billigfluglinien wie Ryanair oder EasyJet durchgeführt werden stellt das Mehrgewicht normalerweise kein Problem dar – mein Koffer ist auf hunderten Flügen bisher nie gewogen worden. 

Als Breite empfehle ich die breitere Variante 23cm Breite statt 20 cm.

Häufige private Reisen mit Billigfluglinien:

Bei häufiger Nutzung mit Billigfluglinien empfiehlt sich der Kauf eines Koffers mit 20cm Breite, da dieser den gängigen Vorschriften von EasyJet, Ryanair und co. entspricht. Aufgrund der Gepäckrichtlinien (i.d.R. nur 8 Kg Handgepäck) sollte der Koffer ein möglichst geringes Eigengewicht aufweisen und trotzdem so robust wie möglich sein, da die Koffer oftmals im Gepäckraum befördert werden. Für diese Reisen habe ich mir den Samsonite S’Cure Spinner als Cabin Version angeschafft und bin bisher sehr zufrieden. Im Vergleich zu Rimowa ist die Verarbeitung natürlich schlechter, insbesondere stört dass die Abdichtung des Schnappverschlusses nicht den ganzen Koffer einbezieht (hört an der Seite mit den Scharnieren auf); d.h. in Ländern mit möglichen Krabbeltieren im Hotel oder am Flughafen nicht so perfekt wie Rimowa. 

Wenns nicht anders geht: Aufgabe von Reisegepäck

Aufgabegepäck lässt sich bei längeren Reisen leider nicht vermeiden. Hier habe ich bereits abenteuerliche Erfahrungen gemacht, z.B. wurde mir ein Koffer beim Umstieg in Dubai aufgeschnitten. Emirates, laut Skytrax eine four-Stars Airline, schuldet mir bis heute einen neuen Koffer, auf meine Destroyed Baggage Online-Meldung kam nie eine Antwort. Nach diversen Beschädigungen von Textil-Koffern wähle ich auch bei Aufgabegepäck nur noch Hartschalenkoffer mit Schnappverschluss. In Indien hatte ich mehrfach das Problem dass Trollys aus Polyester auf dem Flugfeld im Regen standen und der Inhalt durchweicht angekommen ist. In China sind mir trotz TSA Schloss bereits mehrfach die Reisverschlüsse abgeschnitten worden….

Als großen Reisekoffer für mehrwöchige Reisen verwende ich mittlerweile den Samsonite S’Cure Spinner in Größe L mit 102 Liter Volumen. Der Koffer ist sehr robust, und es kann z.B. ein Handgepäckkoffer im Hinflug in dem Koffer verstaut werden wenn man einen größeren Einkaufstrip plant. Trotz teils übelster Behandlung in Vietnam sieht der Koffer optisch aus wie am ersten Tag. 

Gängige Handgepäckgrößen und eigene Gepäckerfahrungen je nach Airline: Achtung Abzocke!

Jede Airline hat individuelle Vorgaben was die Anzahl, die Maße und das Gewicht der an Bord erlaubten Gepäckstücke angeht. Das Handgepäck ist für die Airlines ein entscheidender Kostenfaktor, da die Anzahl der Handgepäckstücke der Reisenden wesentlich den Boarding-Vorgang und somit auch die Standzeit des Flugzeuges beeinflusst. Billigairlines wie EasyJet welche die Tickets mit sehr geringen Margen verkaufen sehen Handgepäck somit als lukratives Zusatzgeschäft an. 

Generell sollte man im Bereich des Gepäcks, insbesondere beim Handgepäck vorsichtig sein, da hier auch viel „Abzocke“ stattfindet. Mir selbst ist es auf einer Reise nach Malaysia passiert dass ich mit Thai Airways von Bangkok Business nach Kuala Lumpur geflogen bin, und anschließend mit Malaysian Airlines in der Business Class weiter. Da die Gepäckbestimmungen nicht überein stimmten, wurde mir für einen Koffer „Übergepäck“ ein Teil eines erste Klasse Tickets als Gepäckgebühr verlangt. Zahlbar in Bar, Kreditkarte etc. wurde nicht akzeptiert. Mehrere Hundert Euro für einen zusätzlichen Koffer, welcher in Summe im erlaubten Gesamtgewicht liegt halte ich persönlich für Abzocke von Reisenden. 

 

Anbei habe ich eine Auflistung mit meinem persönlichen Erfahrungen erstellt und erweitere diese von Zeit zu Zeit. 

Siegerflieger der Lufthansa, Flug Frankfurt - New York, 2017

Für mich die bisher kulanteste Airline. Selbst mit drei Handgepäckstücken (Notebooktasche, Kleidersack, Alu-Trolley)  gab es bisher nie Probleme. Die Notebooktasche wird hier als „personal Item“ deklariert. 

Handgepäckmaße: 55 x 40 x 23cm

Bei Swiss sind bisher nur aus Zürich ausgehende Flüge ein Problem. In 2019 bin ich wöchentlich Berlin <> Zürich gependelt, in Zürich wurde jedesmal das Handgepäck diverser Reisenden gewogen und bei Übergewicht teilweise eine Nachzahlung und die Deklaration als Aufgabegepäck verlangt. Empfehlung ist hier nicht direkt am Gate zu stehen, sondern erst beim Boarding ans Gate zu gehen, dann ist die Wiege-Aktion normal beendet.

Bei Aufgabegepäck hatte ich bisher auch mit leichtem Übergepäck nie Probleme.

Handgepäckmaße: 55 x 40 x 23cm (analog Lufthansa)

Austrian handhabt das Handgepäck analog Lufthansa und Swiss, hier habe ich jedoch selbst nie mitbekommen dass am Gate nachgewogen wird. 

Handgepäckmaße: 55 x 40 x 23cm

Air China ist neben Hong Kong Airlines meiner Erfahrung nach die kulanteste Airline was Handgepäck angeht. 

Die Definition von Handgepäck speziell im innenchinesischem Flugverkehr ist (gefühlt, nicht offiziell) „alles was man mit zwei Händen tragen kann“. Auf einem Flug von Hong Kong nach Peking hatte ein Mitreisender zwei Kisten mit Orangen dabei sowie eine Tasche …. 

Aufgabegepäck ist im Normalfall bei 23 kg in der Economy-Class beschränkt, durch gutes Zureden am Flughafen in Peking waren bis 27 kg bisher immer Toleranz.

Handgepäckmasse sind aktuell auf der Website keine hinterlegt, fliegen mit einem „Lufthansa-Size Koffer“ mit 23cm Breite hat bisher nie ein Problem dargestellt. In der Economy Class sind 5kg erlaubt, gewogen wurde bisher nicht.

EasyJet handhabt das Handgepäck analog Ryanair sehr strikt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fluglinien gibt es bei EasyJet keine Gewichtsbeschränkung, jedoch ist die Anzahl und die Masse sehr strikt beschränkt und überwacht. 

Handgepäckmaße von EasyJet sind mittlerweile 56 x 45 x 25, wobei hier eher die Tarifpolitik aus meiner Sicht das Problem darstellt. Die sonst als „personal Item“ deklarierbare Notebooktasche wird bei EasyJet separat abgerechnet bzw. ist nur in höherpreisigen Tarifen wie z.B. Flexi-Tarif vorhanden. Interessanter Artikel zur Handgepäckpolitik von EasyJet dazu auf Skyscanner, ich finde insbesondere Punkt 7 sinnvoll.