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Hong Kong – Steuerfreies Einkaufsparadies: Teil 1 – Kleidung

"Lohnt sich das?"

Hong Kong ist das ultimate Einkaufsparadies. Durch die exponierte Lage, insbesondere die Nähe zu China als einem der größten Konsumgüterproduzenten der Welt sowie des kurzen Seewegs nach Südkorea und Japan als High-Tech Nationen gibt es einfach alles. Egal ob Kleidung, Spielwaren oder Tech wie Digitalkameras, digitale Spiegelreflexkameras bis hin zu Drohnen, und das beste: Hong Kong hat auf fast alle Produkte keine Mehrwertsteuer, ihr kauft somit steuerfrei ein! Die einzigen beiden Ausnahmen bilden Alkoholika und Tabak.

Interessanterweise sind viele asiatische Händler auf Ebay oder anderen Online-Plattformen mit Firmensitz in Hong Kong oder den Sonderhandelszonen (wie z.B. Shenzhen) von China registriert – bei einer Nachfrage ob die Artikel vor Ort in Hong Kong abgeholt werden können wurde mir dies immer verneint….

Was lohnt es sich also aufgrund der gesparten Mehrwertsteuer in Hong Kong zu kaufen und ggf. nach Deutschland wieder zu importieren? Dieser Artikel geht näher auf Kleidung, Elektronik und Schmuck ein, da es sich hier aus finanziellen Gesichtspunkten „lohnt“. Im Folgebeitrag erkläre ich das Thema „Grauimporte“ was ggf. für den ein oder anderen im Bereich Elektronik interessant ist. Teil 3 befasst sich mit dem Einkauf von Schmuck und Gold, und ich habe einen weiteren Beitrag zu den Kuriositäten wie Elfenbein Mah-Jong Spielsteine erstellt.

 

 

Einkaufsstraße in Hong Kong

Kleidung

Verkauf von Socken mit Cartoon-Motiven

Die Lieblingsfarben der Deutschen bei Kleidung sind Blau, Schwarz und Grau; jeweils in beliebiger Kombination und frei nach dem Motto „je dunkler desto besser“. Selbst der Freizeitlook ist in unauffälligen Grauschattierungen gehalten . 

In Hong Kong hingegen fällt sofort auf dass alles bunter ist, auch kräftige Gelb- oder Rottöne sind tragbar. Überall finden sich ausgefallene und kreativ gestaltete Kleidungsstücke, häufig mit Comicfiguren versehen um „cute“ zu wirken. Asiatische Comic-Helden wie Hello Kitty, Doraemon oder die Line Friends finden sich nicht nur auf Handyhüllen, sondern auf Jacken, Taschen, T-Shirts und Socken.  

Die Schnitte sind für Europäer größtenteils in Ordnung, die Größen fallen durchaus kleiner aus als gewohnt. Bei asiatischen Labels wie z.B. Uniqlo gibt es oftmals Probleme bei der Armlänge. Asiatische Marken sind deutlich günstiger als bei uns in Europa, nicht nur was die Kleidung betrifft sondern auch sonstigen Krimskrams, ein Beispiel hier ist Muji. 

Europäische Luxuslabels wie Prada oder Hermès sind generell fast überall höher bepreist als in Europa, im regulären Verkauf lohnt es sich daher nicht hier einzukaufen. Während des End-of-Season Sales gibt es aber durchaus die Chance in den großen Flagship-Stores das ein oder andere Schnäppchen zu erhalten. Außerhalb der Flagship-Stores solltet ihr vorsichtig sein, da die Ware oftmals nicht authentisch ist.

Neben den international bekannten Modeketten und Luxuslabels gibt es in Hong Kong noch eine eigene Fashion-Szene welche lokal die Mode design, produziert und in eigenen Boutiquen verkauft. Für Herren gibt es insbesondere in der Touristengegend um Tsim Sha Tsui eine große Anzahl an Massschneidern, welche für einige Tausend Hong Kong Dollar das passende Business Outfit schneidern. Die Anzüge aus Hong Kong sind qualitativ mit europäischen Markenanzügen zu vergleichen, es dauert in der Regel 2-3 Arbeitstage vom Aussuchen des Stoffes bis zum finalen Fitting und Übergabe des Anzuges, bei 20-30% geringeren Kosten als in Europa. Preislich pro Hemd ca. 1.000-1.300 HKD (120-150 Euro), pro Anzug zwischen 2.500-6.000 HKD (ab 250 Euro), je nach Stoff, Schnitt etc.  Hemden lohnt sich somit überhaupt nicht, Anzüge hingegen schon. 

Solltet Ihr eure Asien-Reise über China fortsetzen empfehle ich aufgrund der niedrigeren Arbeitskosten erst in China Anzüge schneidern zu lassen. Preislich ist China deutlich unter Hong Kong, Hemden für ca. 10-20 Euro pro Stück, Anzüge ab ca. 150 Euro.

 

Kleine Boutiquen: Top 1 – „A Boutique“

A Boutique: Kleine Boutique mit individueller Kleidung aufstrebender Designer wie Baum & Pferdgarten, Bella Freud, ESHVI oder YMC. 

Ort: 19 Aberdeen St (Sheung Wan)

Nächste Station: Sheung Wan, ca. 10 Minuten Fussweg ab Ausgang E2

Kleine Boutiquen: Top 2 – „8Five2“

8 Five 2: Kleine Boutique mit Skaterwear. 

Hier finden sich von T-Shirts, Sneakers bis hin zu Boards alles im Bereich Streetwear. Eigene Items werden durch Kollaborationen mit anderen Designern geschickt ergänzt. Wer auf Individualität und limitierte Designerstücke steht ist hier richtig.

Ort: 522 Jaffe Rd (Causeway Bay)

Nächste Station: Causeway Bay Station (ca. 5 Minuten Fussweg)

Kleine Boutiquen: Tipp 3 – „Refinery“

Refinery

Stylische Boutique für Accessoires und Modeschmuck. Hier finden sich die ausgefallensten Sonnenbrillen, Mützen und Schals. In der Nachbarschaft gibt es weitere kleine Stores und Restaurants. Zu empfehlen ist der „Bang! Bang! 70s“ Store welcher ein buntes Sammelsurium aus den 70ern verkauft.

Ort: 35 Aberdeen Rd (Central)

Nächste Station:  Sheung Wan sowie Hong Kong (beides ca. 10-15 Minuten Fussweg)

Weiterreise und Import nach China

Regulär müssen alle Importe aus Hong Kong bei Übertritt nach China verzollt werden. 

Während der letzten 10 Jahre habe ich jedoch niemand gesehen der seine Waren z.B. in Shenzhen oder in Peking beim Zoll angemeldet hat – selbst mit riesen Einkaufstüten sind meine Mitreisenden tiefenentspannt am Zoll vorbei gelaufen. 

Und was sagt der deutsche Zoll?

Die Reisefreimenge wenn man außerhalb von Europa einreist beträgt aktuell 430 Euro pro Person. Sollte diese überschritten werden fällt die Einfuhrumsatzsteuer an – weitere Infos dazu gibts direkt beim Zoll.