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Couch Alternative: Fotospaziergang durch Berlin während Corona

Die Stadt ist heruntergefahren und das Internet entweder langsam oder leergesurft. Restaurants, Bars, Läden und sämtliche Kulturstätten wie Museen oder Opern sind geschlossen und die Freizeitmöglichkeiten sind hauptsächlich digital und von der Couch aus zu erledigen.

 

Was tun während Corona?

Indoor: Weiterbildung und Sport vs. Online-Shopping und Online-Trinkevents

Die aktuelle Situation bietet einige Chancen – zum Beispiel mehr Freizeit durch entfallende Reisezeiten im Home Office. Dazu kommt noch generell weniger Outdoor-Freizeitangebote und somit deutlich mehr verfügbare Zeit. Dies ist eine vermutlich einmalige Chance für mehr Weiterbildung, mehr sportliche Aktivitäten etc.. Neue Formen des Socializing entstehen, online-Trinkevents oder kollektives Shopping über Skype. Vermutlich wird in 9 Monaten nicht nur die Zahl der Kinder ansteigen, sondern auch die Zahl der Leberschäden und Herzinfarkte durch Bewegungsmangel… Bei allen Aktivitäten sollte die ‚analoge‘ Outdoorwelt nicht vergessen werden…

Outdoor: Berlin ist Touri-frei

Leider haben viele weder Gegenstromanlage noch einen Pool zuhause – also fällt der Triathlon zuhause wie von Jan Frodeno durchgeführt bei den meisten (und mir auch) leider ausDoch was ist die Alternative um sich mehr und außerhalb der Wohnung zu bewegen? 

Dadurch dass Bewegung im freien erlaubt ist, bietet sich natürlich ein Fotospaziergang an. Dies hat drei Vorteile:

            1. Ausgleich zum Home-Office und Vorbeugung des ‚Lagerkollers‘
            2. Bewegung
            3. Leere Fotospots

Während der mittlerweile schon bald zwei Monate andauernden Home Office Phase fällt bei vielen der Bewegungsmangel auf, die körperliche Fitness sinkt. Diesem entgegenwirkend trenden aktuell sämtliche ‚home-fitness‘ Apps, es empfiehlt sich aber auch ausreichend Bewegung an der frischen Luft. Daher habe ich neben regelmässigem Sport begonnen Fotospaziergänge durchzuführen, oder die Kamera auf Radtouren mitzunehmen. Oftmals finden sich keine anderen Fotografen vor Ort, vor dem Reichstag ist ein Fuchs über die Grünflächen geschlichen.

Erstelle einen Fotoplan und nutze die Zeit effektiv

Wie man den Ablauf eines Fotospaziergangs unabhängig von Corona optimal strukturiert:

Erstelle eine Liste mit allen interessanten Gebäuden und Orten. Ergänze dann die Liste mit den geplanten Lichtverhältnissen (Sonnenaufgang, goldende Stunde, Nachtaufnahme etc.) und plane grob wieviel Zeit vor Ort benötigt wird. Trage dann ein welches Equipment benötigt wird (Stativ, ggf. Filter, Objektivtyp usw.) und priorisiere die Liste. Aus dieser Liste wird dann ein Fotoplan für die nächsten Tage / Wochen erstellt und die Routen entsprechend der Zielnähe und Priorisierung ausgearbeitet. 

Plane etwas mehr Zeit ein da sich z.B. die Witterungsverhältnisse ändern können (spontaner Regen), das Objektiv das falsche ist etc. Ich wünsche dann viel Spass bei den Fotospaziergängen durch Berlin!

Einige Beispiele und Anregungen

Das Brandenburger Tor ist vermutlich das meistfotografierte Gebäude Berlins. Abends ist das Tor mit der darauf thronenden Quadriga schön ausgeleuchtet. Der Pariser Platz ist selbst in den frühen Abendstunden gegen 20 Uhr menschenleer.

Der Potsdamer Platz ist einer der am stärksten frequentierten Plätze Berlins. Er ist Standort des gleichnamigen Bahnhofs, Bürokomplexe wie dem Bahn-Tower, sowie der Mall of Berlin – größte Shoppingmall Europas. 

Am Potsdamer Platz beeindrucken große Glas- und Klinkerfassaden gleichermassen, neben dem Alexanderplatz sowie der Gegend um den Zoo das dritte Hochhauscluster in Berlin. 

Berlin ist eine der grünsten Hauptstädte der Welt. Laut einer Auflistung der bz-berlin gibt es über 2.500 Parks und über eine Million Bäume. Neben dem Tiergarten bietet sich der Schlossgarten in Charlottenburg, der Britzer Garten und die Gärten der Welt in Marzahn für Fototouren an.

Aktuelle Rechtslage

Vorab: Bitte informiert euch über die jeweils aktuelle Rechtslage. Stand heute (26.04.2020) ist laut der Verordnung des Senats „der Aufenthalt im öffentlichen Raum“ bei „Einhaltung eines Mindestabstand“ bei Nicht-Lebenspartnern von „1.5 Metern“ zur nächsten Person einzuhalten. Somit ist Bewegung im Freien generell unter Beachtung der Hygienemassnahmen gestattet, auch das Sporttreiben ist explizit unter §7 geregelt. Meinem Verständnis nach, welches jedoch in feinster Weise eine Rechtsberatung oder rechtliche Empfehlung darstellt, sind Fotospaziergänge somit erlaubt, da dies die körperliche Bewegung fördert und bei einem kurzen Stop zum Auslösen des Fotos eine Ruhepause und kein verweilen stattfindet.  

Die aktuelle Verordnung findet sich unter der Website des Landes Berlin.